Zu viel Salz schädigt die Darmflora

Jeder Körper benötigt Salz, jedoch nehmen wir tagtäglich über unsere Nahrung oft viel mehr zu uns als gesund ist. Laut einer Studie der Harvard School of Public Health nehmen 99,2 Prozent der Weltbevölkerung täglich mehr Salz als die empfohlene Tagesmenge zu sich.  Dies kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schlechten Blutfettwerten und auch Schädigung an Herz und Nervenzellen führen. Doch auch für die Darmflora ist der wichtige Geschmacksgeber Salz nicht gut, zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie.

Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) und der Charité–Universitätsmedizin Berlin konnten bei Ihren Untersuchungen feststellen, dass Salz die Darmflora negativ beeinflussen kann. Die Ergebnisse wurden in Oktober im Fachmagazin Nature veröffentlicht. Die Aufnahme von zu viel Salz beeinflusst im Darm die Darmflora und kann dafür sorgen, dass die Anzahl der für die Darmflora wichtigen Laktobazillen stark reduziert wird.

Laktobazillen sind ein wichtiger Bestandteil der Darmflora – sie sorgen für ein funktionierendes Immunsystem und schützen vor der Besiedelung des Darms mit schädlichen Keimen. Wird mehr als die empfohlene Tagesmenge an Salz konsumiert, sinkt nicht nur die Anzahl der Laktobazillen im Darm, ebenfalls steigt die TH17-Helferzellen, die im Verdacht stehen an der Entstehung von chronischen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen beteiligt zu sein.

Bisher wurde jedoch noch nicht untersucht, wie Salz die Bakterien im Darm beeinflusst

Diesen Zusammenhang untersuchte nun eine Gruppe von Wissenschatlern unter der Studienleitung von Professor Dominik Müller vom Berliner Experimental and Clinical Research Center (ECRC) und dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH). Bei Versuchen an Mäusen wurde untersucht, welche Folgen ein übermäßiger Salzkonsum auf die Darmflora und Gesundheit haben kann.

Zu viel Salz ist schädlich für den Organismus – Probiotika helfen

Erhielten die Mäuse hohen Dosen Salz, reduzierte sich nicht nur die Anzahl der Laktobazillen im Darm, auch der Blutdruck stieg an. Dies kann zu Bluthochdruck, Problemen des Darms und Verschlimmerung bereits bestehender Erkrankungen wie Multipler Sklerose führen.

Erhielten die Tiere im Versuch allerdings zusätzlich Probiotika zu Ihrer salzreichen Nahrung, konnten die negativen Folgen abgemildert werden. Der Blutdruck sank, die Anzahl der TH17-Helferzellen ebenso. Das Mikrobiom des des Darms scheint somit einen wichtigen Einfluss auf den Blutdruck zu haben.

„Darmbakterien beeinflussen den Wirtsorganismus, außerdem ist im Darm das Immunsystem sehr aktiv“

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